106/2025 13.11.2025
„Europa und die Europäische Union befinden sich inmitten eines weltweiten Zeitenbruchs. 35 Jahre nach der deutschen Einheit, die uns Freiheit und Demokratie brachte, geht der neue Weltmoment leider zu Lasten der freiheitlichen Demokratien und der geregelten globalen Ordnung“, sagt Landtagspräsident Alexander Dierks mit Blick auf die
Veranstaltung „Europa und Mitteleuropa in der weltweiten Zeitenwende“ des Forums Mitteleuropa beim Sächsischen Landtag
am Dienstag, 18. November 2025, um 18:00 Uhr in der Universitätsbibliothek der TU Chemnitz (IdeenReich), Straße der Nationen 33, in 09111 Chemnitz
Der bekannte bulgarische Politologe und Publizist Ivan Krastev vom Institute for Human Sciences in Wien vertieft die Thematik in einem Vortrag und anschließend im Gespräch mit Prof. Dr. Beate Neuss vom Institut für Politikwissenschaft an der TU Chemnitz.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Institut für Politikwissenschaft (IfP) an der TU Chemnitz statt.
„In einer Welt großer Mächte, die globale Regeln missachten, lernen wir Europäer gerade schmerzlich, dass Wirtschafts- und Handelsmacht eben nicht gleich politische Macht bedeutet. Speziell wir Mitteleuropäer verfügen dabei über besondere historische Erfahrungen und damit über eine einzigartige Gestaltungskraft, die wir für Europa und für die Europäische Union in die Waagschale werfen können. Darüber nachzudenken und zu diskutieren, wie Ivan Krastev es tut, ist sehr bereichernd“, so Landtagspräsident Alexander Dierks.
„In Zeiten, da alte Sicherheiten schwinden und das Überleben der europäischen Idee auf dem Spiel steht, ist Krastev ein bedeutender intellektueller Anreger. Als Krisendiagnostiker verbindet er analytische Schärfe mit einem kritischen Blick und fordert uns dabei spätestens seit seinem vielbeachteten Buch ‚Europadämmerung’ alle auf, über Fragen der Selbstwahrnehmung und Identitätsbildung neu nachzudenken“, befindet auch der Direktor des Instituts für Politikwissenschaft an der TU Chemnitz Prof. Dr. Alexander Gallus.
Ivan Krastev, geboren 1965 in Bulgarien, ist einer der großen europäischen Denker unserer Zeit. Er ist Vorsitzender des Centre for Liberal Strategies in Sofia und Permanent Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) in Wien. Er schreibt regelmäßig für internationale Zeitungen und ist Autor zahlreicher Bücher. Zuletzt erschien von ihm (gemeinsam mit Stephen Holmes) „Das Licht, das erlosch“ zum weltweiten Niedergang der liberalen Demokratien. Zuvor erlangte er mit den Essays „Democracy Disrupted“ und „Europadämmerung“ breite Aufmerksamkeit.
Das Forum Mitteleuropa beim Sächsischen Landtag ist eine Initiative von Sachsens Landtagspräsident. Seit 2011 organisiert das Forum regelmäßige Zusammenkünfte von Partnern aus Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Österreich unter der Federführung des Sächsischen Landtags. Es versucht, die Idee eines nicht nur wirtschaftlich verflochtenen, sondern vor allem kulturell verbundenen sowie historisch gewachsenen Mitteleuropas in der Europäischen Union zu kräftigen.
Medienvertreter sind als Gäste der Veranstaltung herzlich willkommen! Um eine Voranmeldung wird gebeten.
Interessierte können sich über das sächsische Beteiligungsportal anmelden: https://mitdenken.sachsen.de/1058467.
Die Veranstaltung findet in deutscher und englischer Sprache (mit Verdolmetschung) statt.
Mehr über das „Forum Mitteleuropa“ im Internet:
https://forummitteleuropa.eu
Kontakt:
Sächsischer Landtag
Pressesprecher
Ivo Klatte
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1, 01067 Dresden
Tel. 0351 493-5151/-5150
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